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HISTORISCHE REZEPTDATENBANK ist online

08.06.20, Salzburg  

Seit Mai 2020 steht ein weiteres Online-Tool zur historischen Rezeptforschung zur Verfügung: Die gastrosophische Rezeptdatenbank mit über 9000 Einträgen vom späten 15. bis 17. Jahrhundert kann ab sofort frei im Web eingesehen werden.

Aufgrund der großen Datenmenge im Feld der historischen Kochbuch-literatur, insbesondere im Bereich der gedruckten Kochbücher, die sich jeweils aus bis zu über 2.000 Rezepten zusammensetzen können, ist das Zusammentragen und inhaltliche Bearbeiten der Rezepttexte als Vergleichsmaterial von unschätzbarem Wert, um einzelne Quellen in einen überregionalen Kontext stellen zu können. Die Arbeitshypothese lautet dabei, dass es schwerlich eine „klassische“ regionale Küchentradition gibt, sondern vielmehr die Gerichte sowie Zubereitungs-methoden einen konstanten Kultur-
transfer über Regionen und Ländergrenzen hinweg widerspiegeln. Derartige Fragestellungen lassen sich nur mittels entsprechender Datenmenge beantworten. Die Datenbank steht jedoch noch vielen weiteren Forschungsthesen offen. Zu diesem Zweck werden neben augenscheinlichen Informationen, wie etwa Zutaten und Zubereitungs-art, auch Angaben zu diätetischen Verwendungen oder Herkunfts-bezeichnungen verstichwortet und so besser analysierbar gemacht.

Dank der tatkräftigen Unterstützung von zahlreichen Citizen Scientists werden die Bestände sukzessive erweitert und bei jedem Besuch finden Sie wieder neue spannende Gerichte. Die Quellen reichen dabei von lokalen Salzburger Handschriften bis hin zu den großen Koch-buchklassikern der Geschichte, wie beispielsweise Marx Rumpolts, seines Zeichens weitgereister Mundkoch des Mainzer Kurfürsten, Ein new Kochbuch aus dem Jahr 1581. Vor allem bei den Handschriften liegt der Fokus im deutschsprachigen Raum, doch die Grundidee sieht eine Erweiterung in alle Richtungen vor. Bereits aufgenommen ist mit Mrs. Eales Compleat Confectioner eine englische Quelle aus dem 18. Jahrhundert und derzeit wird an Le Cuisinier François (1651) von dem bedeutenden französischem Küchenchef François-Pierre de La Varenne gearbeitet. Durch derlei Bestandserweiterungen sollen internationale Verbreitungswege von Speisen besser sichtbar gemacht sowie weiteres Forschungspotential geliefert werden.

 

Besuchen Sie die historische Rezeptdatenbank des Zentrums für Gastrosophie und entdecken Sie spannende Kochrezepte aus früheren Jahrhunderten!

 

 

 

 

 

 

 

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Rezept aus dem Adelskochbuch der Maria Clara Dückher von 1654